Öffentlicher Personennahverkehr vereint Mobilität und Umweltschutz

Sämtliche öffentlichen Verkehrsmittel, die Bürger für Fahrten im näheren Bereich rund um ihr soziales Umfeld nutzen, werden als Öffentlicher Personennahverkehr bezeichnet. Häufig verkehren die eingesetzten Verkehrsmittel im Öffentlichen Personennahverkehr nach einem fixen Fahrplan. Wo dies aus wirtschaftlichen Gründen nicht möglich ist, jedoch ein Bedarf an Verbindungen besteht, können aber auch Taxis im Öffentlichen Personennahverkehr eingesetzt werden. Der Öffentliche Personennahverkehr zählt zur verkehrstechnischen Grundversorgung der Bevölkerung und dürfte in Zukunft aus sozialen und ökologischen Gründen noch eine weitaus wichtigere Rolle spielen, als es bislang der Fall ist.

Welche Arten von Verkehrsmitteln werden eingesetzt?

Grundsätzlich können im Öffentlichen Personennahverkehr alle Arten von Verkehrsmitteln eingesetzt werden, die eine größere Anzahl von Fahrgästen transportieren können, als es im Individualverkehr der Fall ist. Wie gut und breit gefächert der Öffentliche Personennahverkehr ausgebaut ist, hängt unmittelbar von der Zahl der potenziellen Nutzer ab. Deshalb gibt es in Ballungsräumen meist ein sehr gut ausgebautes Netz an Tram-, U- und Straßenbahnen sowie Buslinien, welche die verschiedenen Stadtviertel und die wichtigsten Orte aus dem Umland miteinander verbinden.

Im ländlichen Raum hingegen beschränkt sich der Öffentliche Personennahverkehr meist auf Bus- und Bahnlinien. Diese bieten den Bürgern die Möglichkeit, die nächstgrößeren Zentren zu erreichen, von wo aus sie meist auch Anschlussmöglichkeiten an den Fernverkehr haben. Weil eine lückenlose, flächendeckende Anbindung aber nicht möglich ist, haben viele Gemeinden inzwischen einen eigenen Öffentlichen Personennahverkehr mit Sammeltaxis oder Kleinbussen eingerichtet, um Schülern und Senioren Transportmöglichkeiten anzubieten.

Darum sind öffentliche Verkehrsmittel billiger

Für Kommunen und Regionen stellt eine gute Anbindung an den Öffentlichen Personennahverkehr durchaus einen wichtigen Standortvorteil dar. Denn weil das eigene Auto nicht nur in der Anschaffung, sondern auch im Unterhalt und im Betrieb hohe Kosten verursacht, lassen immer mehr Personen das eigene Fahrzeug stehen und nutzen das Angebot der öffentlichen Verkehrsmittel. Das zeigt sich beispielsweise in der österreichischen Hauptstadt Wien, wo die Einwohner 65 Prozent der Wege nicht mit dem Auto, sondern mit Bahnen, Bussen, dem Fahrrad oder zu Fuß zurücklegen. Ähnliches gilt auch für deutsche Großstädte wie München oder Berlin, wo viele Einwohner sogar komplett auf das eigene Auto verzichten. Weil weniger Autos eine geringere Umweltbelastung und somit auch ein Mehr an Lebensqualität bedeuten, wird der Öffentliche Personennahverkehr von Kommunen, Bundesländern und Bund bezuschusst, sodass günstige Fahrpreise angeboten werden können.

Dieser finanzielle Vorteil gleicht für die Fahrgäste scheinbare Nachteile wie die mangelnde Flexibilität mehr als aus. Schließlich müssten sie bei der Fahrt mit dem eigenen Auto am Zielort eventuell auch teure Parkgebühren zahlen, die unter Umständen sogar deutlich mehr kosten können als das Ticket für Bus oder Bahn.

Ein wichtiger Faktor für das soziale Zusammenleben

Viele Menschen fahren gerne mit dem Öffentlichen Personennahverkehr, weil sie hier andere Menschen beobachten und kennenlernen können. Für Senioren hingegen sind öffentliche Verkehrsmittel oft unverzichtbar, wenn sie ihre Familie oder Freunde besuchen wollen oder sich mit Gleichgesinnten treffen wollen. Schließlich fühlen sich viele Senioren den Anforderungen des Straßenverkehrs nicht mehr gewachsen und geben ihren Führerschein lieber freiwillig ab, sofern das ohne größere Einschränkungen ihrer lieb gewordenen Gewohnheiten möglich ist.

Nicht zuletzt wegen der demografischen Entwicklung geht das Bundesverkehrsministerium von einer wachsenden Bedeutung des Öffentlichen Personennahverkehrs in den kommenden Jahren aus. Dieser Trend wurde schon in den vergangenen Jahren beobachtet. So ist die Zahl der Fahrgäste in öffentlichen Verkehrsmitteln etwa zwischen den Jahren 2000 und 2008 um acht Prozent gestiegen. Das Bundesverkehrsministerium hat aber auch festgestellt, dass ältere Menschen den Öffentlichen Personennahverkehr umso lieber nutzen, je kundenfreundlicher dieser ist. Das beinhaltet allerdings nicht nur bequeme Sitzgelegenheiten und gute Verbindungen, sondern auch die Qualität der Fahrplanauskunft und des Ticketverkaufs.

So wirtschaftlich fahren die öffentlichen Verkehrsmittel

In Bezug auf die Wirtschaftlichkeit schneiden öffentliche Verkehrsmittel wesentlich besser ab als Autos. Denn während das Auto im Schnitt nur etwa eine Stunde pro Tag im Einsatz ist, fahren öffentliche Verkehrsmittel bis zu 20 Stunden am Tag, bei einer durchschnittlichen Auslastung von 30 Prozent. Im Auto hingegen fahren im Schnitt nur etwa 1,3 Personen. Da beispielsweise die Benzinkosten ungebrochen rasant steigen, dürfte die Wirtschaftlichkeit von öffentlichen Verkehrsmitteln in Zukunft noch weiter steigen. Aktuell erwirtschaften die öffentlichen Verkehrsmittel etwa 60 Prozent der Betriebskosten selbst, der Rest wird von der öffentlichen Hand bezuschusst. Schließlich versprechen sich die Kommunen auch einen Standortvorteil vom Anschluss an den Öffentlichen Personennahverkehr. Für junge Familien beispielsweise spielt der Anschluss an Busse und Bahnen sehr wohl eine Rolle bei der Frage, wo sie ihre eigene Immobilie bauen wollen.

Ein aktiver Beitrag für den Umweltschutz

Die rund 28,5 Millionen Menschen, die in Deutschland täglich mit dem Öffentlichen Personennahverkehr fahren, leisten durch den Verzicht auf das eigene Auto nicht zuletzt einen aktiven Beitrag zum Umweltschutz. Denn ein Linienbus beispielsweise verursacht pro Fahrgast nur etwa 25 Prozent der Treibhausgas-Emissionen eines Pkws. Darüber hinaus benötigt ein Linienbus sowohl im Verkehr als auch beim Parken wesentlich weniger Fläche als eine vergleichbare Anzahl an Autos. Deshalb gibt es auch aus Gründen des Umweltschutzes kaum eine bessere Alternative zum Öffentlichen Personennahverkehr.